René Röspel MdB
Pressemitteilung
Ihr Abgeordneter für Hagen und den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis

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25. Januar 2018

Klonerfolg mit bitterem Beigeschmack

 

Chinesischen Forschern ist es erstmals gelungen, rund 22 Jahre nach der Geburt des Klonschafs Dolly mit der gleichen Methode Affen zu klonen. Die zwei Javaneraffen Zhong Zhong und Hua Hua seien lebendig geboren worden und hätten die ersten Wochen überlebt. Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel hält das Klonen von Primaten allerdings für eine „neue Grenzüberschreitung" aus China: „Ich halte es für einen unzulässigen und sogar gefährlichen Eingriff in die Entwicklung der Menschheit, der unbegründete Hoffnungen weckt und über Leichen geht."

Rein wissenschaftlich betrachtet ist sei das gelungene Klonen eine bedeutsame Nachricht und werde den Wissenschaftlern „einiges an Aufsehen und vielleicht sogar wissenschaftlichen Ruhm bringen", glaubt der Forschungspolitiker René Röspel, der selbst Naturwissenschaftler ist. Damit sei wahrscheinlich auch das zentrale Ziel der Handelnden umfänglich beschrieben.

Die Herstellung genetisch identischer Affen hält Röspel für ethisch fragwürdig, „weil sie uns stetig näher an die Frage bringt, wer denn eigentlich für wen und wann bestimmen darf, mit welcher genetischen Ausstattung geboren werden darf." Von 109 im Labor produzierten Embryonen wurden 79 in Affenweibchen eingepflanzt, aus denen wiederum nur sechs Schwangerschaften entstanden. Nur Zhong und Hua haben – bis jetzt – überlebt.

Darüber hinaus sieht Röspel ein „unbekanntes, aber sehr wahrscheinliches" Gesundheitsrisiko für das einzelne Individuum, denn es wird „alte" Körper-DNA verwendet. Den geklonten Tieren fehle die Fähigkeit, über etwaige Schmerzen zu klagen, und sie leben in der Regel nicht lange genug, um gesicherte Urteile über Langzeitfolgen des Eingriffs treffen zu können.

„Mindestens den Schutzwall zur Anwendung beim Menschen sollten wir höher ziehen und dazu vielleicht – wie bereits Anfang des letzten Jahrzehnts – einen erneuten Versuch auf internationaler Ebene starten, das reproduktive Klonen weltweit zu ächten", fordert Röspel: „Jubel ist nicht angebracht, sondern eher kritisches Nachdenken und Handeln."